Otto Raich, 2. August 2026
Ende Juni 2026 machten wir – 12 Teilnehmer*innen und Otto – uns auf den Weg zu unserem Sommer-Retreat nach Kreta. Unser Ziel das Zentrum Philoxenia, das an der Südküste dieser wunderbaren Insel liegt.
Bei der Anreise gab es gleich eine erste Überraschung. Entgegen des üblichen „Hitzeschwalls“ beim Verlassen des Flugzeuges in Heraklion war der Temperaturunterschied diesmal umgekehrt: Abflug in Wien inmitten der Hitzewelle bei 38 Grad, angenehme 26 Grad Celsius bei der Landung in Kreta.
Die kurzweilige Transfer-Fahrt führte uns die Nordküste entlang bis Rethymnon und dann über die Berge und durch den Kotsifou-Canyon zur Südküste nach Plakias und weiter zu unserem Hotel.
Wie gewohnt – 2026 war ja schon unser 9. Sommer-Retreat in diesem Zentrum – wurden wir herzlich von Christian und Susanne, den Leitern des Zentrums Philoxenia mit Begrüßungs- Drinks und griechischen Snacks empfangen.
Die beiden verstehen es zusammen mit Ihrem Team eine Atmosphäre zu schaffen, in der wir uns sehr willkommen und gut umsorgt fühlen. Das Haus ist erfüllt von spürbarer Herzlichkeit und damit eine perfekte Umgebung und Basis für unser Sommer-Retreat.
Wir haben schnell in den angenehmen Rhythmus des Wechsels zwischen der Praxis im Seminarraum und den Zeiten dazwischen gefunden.
Für einige von uns begann der Tag mit dem schwimmen im Meer direkt vor dem Hotel, für alle dann die gemeinsame Morgenmeditation, einer Einheit aus sanften Yogaübungen und einer Sitzmeditation, gefolgt vom ausgedehnten Frühstück mit reichhaltigem Büffet auf der Terrasse mit Blick auf Palmen und das Meer.
Von 10:00 bis 13:00 gemeinsame Erkundung von Atem, Körper und Geist, Meditationen, Musik und Tanz im Seminarraum.
Die seminarfreie Zeit von 13:00 bis zur Abendmeditation um 18:30 wurde individuell gestaltet. Mittagssnacks, eingenommen im Hotel oder in den nahe gelegenen Tavernen, Strandbesuche am langen Souda Beach, Wanderungen in den Bergen, chillen auf der Terrasse oder ruhen in den Zimmern, Ausflug ins nahe Plakias uvm.
Nach der gemeinsamen Abendmeditation im Seminarraum haben wir uns zum ausgedehnten Abendessen zusammengefunden und den Tag auf der Hotelterrasse ausklingen lassen.
Hier auch noch ein Wort zur Kulinarik: Wir wurden von Christian und seinem Team mit griechischen und südeuropäischen, vegetarischen Speisen verwöhnt. Christian hat uns zu der vielfältigen und abwechslungsreichen Speisenfolge auch immer die Geschichten und Hintergründe mitgeliefert, damit haben wir nicht nur vorzüglich gespeist sondern auch einiges über die griechische Küche dazugelernt.
Ein paar Worte zur Praxis. Das ist ja der Teil eines Seminar – Blogs, der am schwierigsten zu beschreiben ist: Der bekannte Widerspruch – wie etwas Unbeschreibliches beschreiben?
Das von außen Sichtbare: Meditationen, Übungen aus dem Yoga Intern, dem kaschmirischen Shivaismus nach meiner Lehrerin Nathalie Delay, Sitzen in Stille, stiller Encounter, Musik und Tanz.
Das Geschehen im Innen: vom Denken zum Fühlen, vom Verstand ins Herz, vom diskursiven Denken, bewerten und kommentieren hin zum einfach nur da sein mit dem, das sich von Augenblick zu Augenblick zeigt, und immer wieder das Aufscheinen der natürlichen Weite und Leichtigkeit, damit einhergehend die direkte Erfahrung, dass die Welt schon immer aus sich heraus in Freude schwingt.
Solange sich der innere Schwerpunkt, von dem heraus wir leben, im Denken befindet, ist es schlichtweg nicht vorstellbar, wie sich das Leben anfühlen wird, nachdem alle Widerstände geschmolzen sind, wir uns im Beckenraum niedergelassen haben und der Verstand im Herzen zur Ruhe gekommen ist. Sich dem mittels Selbsterforschung anzunähern ist namensgebend für das Sommer-Retreat: Der Weg der Wirklichkeit.
Für Donnerstag habe ich meinen Freund, den Mystiker und Dichter Fred LaMotte eingeladen, unsere Abendmeditation anzuleiten. Fred lebt und wirkt in Seattle im US Bundesstaat Washington. Wir haben Fred und auch einige Interessierte aus Österreich via Zoom in unseren Seminarraum zugeschaltet.
Fred führte uns in der Meditation ins Herz um dort zu ruhen, die Meditation hatte den Titel „Just Below The Heart“. Er hat für uns aus dieser Anleitung auch ein Gedicht mit dem gleichen Titel verfasst. Das Gedicht findest Du im englischen Original und in meiner deutschen Übersetzung am Ende dieses Blogs.
Zur Praxis sei abschließend auch erwähnt, dass der Seminarraum im Hotel Souda Mare im Vorjahr generalsaniert wurde und die Arbeit darin nun noch an ästhetischer Qualität dazugewonnen hat.
Susanne vom Zentrum Philoxenia hat neben Ihrer Zentrum-Leitungsrolle auch die Gabe eine sehr gute Körpertherapeutin zu sein. Sie gibt Massagen, Cranio Sakral und Ayurveda Behandlungen. Das haben sich einige von uns auch dieses Jahr wieder gegönnt!
Wir haben das Sommer – Retreat am Freitag Abend mit dem lustigen Zusammensein auf der Terrasse nach dem Abendessen ausklingen lassen. Ein Teil der Gruppe ist noch nahe an Mitternacht zum Souda Beach losgezogen, um im Mondlicht gemeinsam in der Bucht zu schwimmen.
Samstag dann die individuelle Heimreise.
Hier noch einige Stimmen von Teilnehmer*innen vom Sommer-Retreat 2026:
„Das Zentrum Philoxenia, wo ich im Juni 2026 das Meditationsretreat „Der Weg der Wirklichkeit“ mit Otto Raich erleben durfte, ist ein ganz besonderer Ort, an dem ich mich sehr schnell zuhause gefühlt habe. Otto hat uns mit seiner einfühlsamen Art in abwechslungsreichen Übungen immer mehr zu einem Zustand der inneren Ruhe und Achtsamkeit geführt. Es gab Sitzmeditationen und Schweigen, Atemübungen und inneres Yoga und einmal sogar eine Liveschaltung nach Seattle zu Fred LaMotte. Auch die Musik bei den Meditationen und beim freien Tanzen hat mich tief im Herzen berührt. Und wenn man im Meditationsraum von Meeresrauschen, Zikadengesängen und dem Wind in den Bäumen begleitet wird, kommt man irgendwann ganz an – in Souda Mare und in der eigenen Mitte.
In der freien Zeit kann man an einem der wunderschönen Badeplätze, im kristallklaren Wasser oder im Hotelbereich die Seele baumeln lassen. Otto erschafft eine Atmosphäre, in der sich alle gut aufgehoben fühlen und zu den Mitreisenden entwickelt sich im Laufe der Woche ein tiefes Gefühl der Verbundenheit und des Vertrauens. Am Schluss bleibt nur die Frage, wie man dieses Gefühl des inneren Friedens im Alltag möglichst lange aufrechterhalten kann.“
Karoline
„Ich bedanke mich zutiefst aus meinem Herzen für unser gemeinsames Erlebnis auf diesem einzigartigen Platz im Souda Mare. Und ich bin wirklich sehr froh dass ich diese Entscheidung schon sehr früh im Jänner getroffen habe, ohne zu wissen , was bis dahin geschieht.
Letzendlich, konnte ich es nicht mehr erwarten abzufliegen in eine für mich gebuchte Auszeit. Ohne Erwartung, ohne Vorstellung. Einfach mich fallen zu lassen in Neugierde und endlich mal NICHTS zu tun, einfach nur zu SEIN: Mit deiner guten Führung lieber Otto und diesem gemeinsamen Praktizieren, durfte ich sehr wertvolle Aspekte meines SEINS spüren.
Unsere Woche verging zu schnell, und hat jedoch bei mir etwas sehr Wertvolles hinterlassen.
Jeden Morgen den ich jetzt aufwache, verspüre und praktiziere ich unsere Sitz-Meditation , als Start für meinen Tag. Und das tut wirklich soooo gut. Statt Zeitungslesen ist jetzt für mich ein ganz besonderer Aufwachmoment geboren. Ja natürlich ist es zu Hause ganz anders, weil eben dieses morgendliche Schwimmen im Meer fehlt.
Jedoch gelingt es mir gut, diese Momente jeden Morgen wieder lebendig werden zu lassen.
Ich komme ganz sicher nächstes Jahr wieder, weil ich mir einfach OTTO wieder gönne.
Allerliebsten DANK an unsere Kreta Gruppe 2026 Ihr seid allesamt ganz wunderbar und einzigartig.“
Gabi
„An der wunderschönen Südküste Kretas durfte ich mich, umgeben von lieben Menschen, begleitet vom Rauschen des Windes , dem Gesang der Vögel und dem Konzert der Zikaden, begleitet von Otto, meinem physischen und psychischen „Ich Bin“ nähern und viel Neues erkennen. Es hat gut getan……
Liebe Grüße aus Eferding….mit dem Wunsch, dass das Erlebte noch lange nachhallt!“
Marianne
„Zurückgekehrt von Kreta auf dem Meditationskissen in der von der Sommerhitze aufgeheizten Wiener Wohnung sitzend – den Klang der Zikaden, das Rauschen der Wellen, des Windes und Sinéad O‘Connors „Thank you for hearing me“ im Ohr – fühle ich mich getragen und erfüllt von der intensiven Sommer-Retreat-Woche „Der Weg der Wirklichkeit“ voller Lebendigkeit, Stille, Weite und Raum im Körper, im Herzen, im „Mind“.
Gefühlt war ich mindestens 3 Wochen an diesem wie immer – ich war ja nicht zum ersten Mal da – wunderschönen Ort: die familiär-freundschaftliche Atmosphäre im Seminarhaus, die ganz nahe kleine Badebucht, wo man auch in kurzen Seminarpausen Erfrischung im kristallklaren Meer findet, hervorragende vegetarische Verpflegung, gemeinsame Unternehmungen, wie eine Wanderung ins benachbarte Bergdorf, das Blau von Meer und Himmel, das Grün der Olivenbäume, duftender blühender Thymian am Wegesrand.
Dazu Ottos einfühlsame Leitung der Seminargruppe, die die Energie und Stille von Tag zu Tag mehr spürbar werden lässt, sanfte Körperübungen, zu auflockernden oder kraftvollen Bewegungen inspirierende Musik, tief im Herzen berührende Lieder…..
…Thanks for silence with me…… und …Gracias a la vida que me ha dado tanto”…..”
Susanne
Das Gedicht zur Abendmeditation von Fred LaMotte:
Just Below The Heart
Just below the heart
and just above the solar plexus,
to be precise,
is a temple in the valley
of grace. And here,
two fingers‘ width
in front of your chest,
to be precise, is a flame
that does not burn
but gives sweetness.
It is like cotton spun
from fibers of starlight.
All triangles point here.
All equations are balanced
by the breath this space holds.
The constellations, those beasts
of silence, gather to drink
from this spring
which Jesus called the well
of everlasting life.
Milarepa called it the jewel
at the center of the lotus,
this flower of the Self
that falls in love with its own
bee-drowning fragrance,
this jewel whose ineffable
proportions
drive mathematicians mad
in search of beauty.
Perhaps the name of „Krishna“
will draw you here, perhaps
the name of „Jesus,“
or the secret name of the Goddess
born on vapors of surrender.
All such names are just the sound
of your heartbeat.
Listen, listen like a wanderer
searching for an ancient friend.
You won’t comprehend this music
until you gaze into the mirror
of your own longing.
Dedicated to my friend Otto Raich and his students.
Just Below The Heart
Direkt unterhalb des Herzens
und direkt oberhalb des Solarplexus,
um genau zu sein,
befindet sich ein Tempel im Tal
der Gnade. Und hier,
zwei Fingerbreit
vor deiner Brust,
um genau zu sein, befindet sich eine Flamme,
die nicht brennt,
sondern Süße schenkt.
Sie ist wie Baumwolle, gesponnen
aus Fasern des Sternenlichts.
Alle Dreiecke weisen hierher.
Alle Gleichungen werden ausgeglichen
durch jenen Atem, den dieser Raum birgt.
Die Sternbilder, diese Tiere
der Stille, versammeln sich, um
aus dieser Quelle zu trinken,
die Jesus den Brunnen
des ewigen Lebens nannte.
Milarepa nannte es das Juwel
im Zentrum des Lotus,
diese Blume des Selbst,
die sich in ihren eigenen,
die Bienen betörenden Duft verliebt,
dieses Juwel, dessen unbeschreibliche
Proportionen
Mathematiker auf der Suche nach Schönheit
in den Wahnsinn treiben.
Vielleicht wird dich der Name „Krishna“
hierher ziehen, vielleicht
der Name „Jesus“,
oder der geheime Name der Göttin,
geboren aus den Sphären der Hingabe.
All diese Namen sind nur der Klang
deines Herzschlags.
Höre zu, höre zu wie ein Wanderer,
der nach einem alten Freund sucht.
Du wirst diese Musik nicht verstehen,
bis du in den Spiegel
deiner eigenen Sehnsucht blickst.
Gewidmet meinem Freund Otto Raich und seinen Praktizierenden
Sommer – Retreat 2027
Wenn dieser Blog dein Interesse weckt am nächsten Sommer-Retreat im Zentrum Philoxenia auf Kreta teilzunehmen, dann findest Du unter diesem Link bereits die Ausschreibung für 2027:
LINK zur Ausschreibung Sommer Retreat auf Kreta 2027
Bilder vom Sommer-Retreat 2026:

Blick auf die Souda Bay/ den Souda Beach

der Seminarraum im Zentrum

Blick vom Balkon eines Zimmers im 1.Stock

Gemeinsames Abendessen auf der Hotel-Terrasse

In einer Taverne im Bergdorf Sellia (zu Fuß in 50 min erreichbar)

Ein Teil der Gruppe hat sich das Fußballspiel Österreich-Argentinien in einer Taverne in Plakias angesehen (In unserem Hotel Souda Mare gibt es zum Glück kein TV!)

Sonnenaufgang über der Souda Bay

Eindruck vom Laufen vor der Morgenmeditation

Blick von der Terrasse der benachbarten Taverne

Die (leider am Bild nicht vollständige) Gruppe vor der Abreise am Samstag am Ende des Retreats
Text: Otto Raich
Bilder mit freundlicher Genehmigung der Teilnehmer*innen am Retreat
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